Die Entscheidung für ein Hausnotrufsystem ist ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit und Unabhängigkeit im Alter. Doch eine Frage stellt sich für viele Nutzer und deren Familienmitglieder sehr schnell: Muss ich das Gerät wirklich immer anbehalten? Die kurze Antwort lautet: am besten Ja – und moderne Geräte sind genau dafür entwickelt worden.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum das dauerhafte Tragen entscheidend ist, welche technischen Voraussetzungen dafür nötig sind und wie man den Tragekomfort im Alltag sicherstellt.
Warum 24/7-Sicherheit im Alter entscheidend ist
Ein Notrufsystem erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn es im Moment eines Unfalls sofort erreichbar ist. Stürze oder medizinische Notfälle passieren nicht nach Plan. Sie geschehen oft in Momenten, in denen man sich sicher fühlt – beim nächtlichen Gang ins Badezimmer, beim schnellen Aufstehen aus dem Sessel oder während der morgendlichen Routine.
Wer das Gerät „nur bei Bedarf“ anlegt, riskiert, dass es genau im kritischen Moment auf dem Nachttisch oder im Flur liegt. Ein Hausnotruf ist kein Gerät für geplante Einsätze, sondern ein Sicherheitsnetz für das Unvorhersehbare. Daher ist das Ziel immer das Tragen rund um die Uhr.
Material und Tragekomfort: Für den Dauereinsatz entwickelt
Ältere Notrufsysteme waren oft klobig und unangenehm zu tragen. Moderne Geräte – ob als Armband, Halskette oder Uhr – haben hier enorme Fortschritte gemacht.
- Leichte Materialien: Die Gehäuse bestehen heute meist aus spezialisierten Kunststoffen oder wie bei unserer Aktiv Uhr leichtem Aluminium, die das Handgelenk oder den Nacken nicht belasten.
- Hautfreundliche Armbänder: Es werden oft antiallergene Silikone oder atmungsaktive Textilien verwendet, die auch bei empfindlicher Haut keine Reizungen verursachen.
- Ergonomisches Design: Die Formen sind meist abgerundet, sodass man im Alltag oder beim Schlafen nicht an Kleidung oder Bettwäsche hängen bleibt.
Der Härtetest: Hausnotruf unter der Dusche und im Bett
Zwei Situationen sorgen bei Nutzern oft für Unsicherheit: das Badezimmer und das Schlafen.
1. Schutz im Badezimmer (Wasserdichtigkeit)
Das Badezimmer ist statistisch gesehen der gefährlichste Ort in der Wohnung. Feuchtigkeit und glatte Fliesen erhöhen das Sturzrisiko massiv. Ein modernes Hausnotrufgerät sollte daher mindestens nach dem Standard IP67 oder IP68 wassergeschützt sein. Das bedeutet, dass es beim Duschen und teilweise beim Baden problemlos am Körper bleiben kann. Es ist dringend empfohlen, das Gerät im Bad niemals abzulegen.
2. Sicherheit während der Nacht
Viele Senioren fragen sich, ob sie den Notruf im Bett tragen müssen. Die Antwort ist ein klares Ja. Kreislaufprobleme beim nächtlichen Aufstehen oder ein Sturz beim nächtlichen Badbesuch sind keine Seltenheit. Moderne Notrufuhren oder Armbänder sind so flach gestaltet, dass sie beim Schlafen kaum bemerkt werden.
Hautverträglichkeit und Hygiene
Damit das dauerhafte Tragen nicht zu Hautproblemen führt, sollten Nutzer ein paar einfache Tipps beachten:
- Regelmäßige Reinigung: Da sich unter dem Armband Schweiß und Seifenreste sammeln können, sollte das Gerät regelmäßig mit klarem Wasser und einer milden Reinigungslösung abgewischt werden.
- Trocknen: Nach dem Duschen ist es wichtig, die Haut unter dem Gerät sowie das Gerät selbst gut abzutrocknen, um Hautaufweichungen (Mazeration) zu vermeiden.
- Lockerer Sitz: Das Gerät sollte fest genug sitzen, um nicht zu verrutschen, aber locker genug, um die Blutzirkulation nicht einzuschränken.
Wann sollte das Gerät abgelegt werden?
Es gibt nur sehr wenige Situationen, in denen das Gerät abgelegt werden muss:
- Ladevorgang: Jedes elektronische Gerät muss irgendwann aufgeladen werden. Um die Sicherheitslücke so klein wie möglich zu halten, sollte das Gerät zu einer Zeit geladen werden, in der man sich sicher fühlt – zum Beispiel, während man liest oder fernsieht und fest in einem Sessel sitzt. Das Laden kann zudem in Griffweite stattfinden, um auch hier im Notfall reagieren zu können.
- Medizinische Untersuchungen: Bei bestimmten Untersuchungen wie dem MRT (Magnetresonanztomografie) müssen alle elektronischen und metallischen Gegenstände abgelegt werden.
Tipps für die Gewöhnung an das dauerhafte Tragen
Für Menschen, die bisher nie eine Uhr oder Schmuck getragen haben, kann die Umstellung anfangs ungewohnt sein.
- Die 7-Tage-Regel: Geben Sie sich eine Woche Zeit. Meist nimmt das Gehirn das Gewicht des Geräts nach ein paar Tagen gar nicht mehr wahr.
- Feste Routine: Machen Sie das Anlegen des Geräts (nach dem Laden) zu einem festen Ritual, ähnlich wie das Anziehen der Brille oder das Einsetzen des Hörgeräts.
- Positive Verknüpfung: Betrachten Sie das Gerät nicht als „Überwachung“, sondern als Gesundheithelferin für Ihre Unabhängigkeit. Es ist das Werkzeug, das es Ihnen ermöglicht, weiterhin allein zu leben.
Fazit
Ja, man kann und sollte ein Hausnotrufgerät rund um die Uhr tragen. Die moderne Technik ist genau darauf ausgelegt, im Hintergrund zu bleiben, ohne den Nutzer im Alltag einzuschränken. Die Sicherheit, die durch das permanente Tragen gewonnen wird, überwiegt die kleine Umstellung zu Beginn bei weitem. Wer sein Notrufgerät als ständigen Begleiter akzeptiert, schenkt sich selbst und seinen Angehörigen das kostbarste Gut: Sorgenfreiheit in jeder Minute des Tages.
